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Was ist gelb und essbar? Die Kreativphasen im Gehirn


Kennen Sie auch die Situation, wenn Sie in nur wenigen Minuten anderen Menschen erklären müssen, was Kreativität ist, wie sie funktioniert und dass sie nun auch bitte über „kreative“ Ideen hirnen sollen? Diese Situation erlebe ich seit Jahren wiederkehrend, besonders in den Spotconsulting-Jobs. Hier arbeite ich oft nur 2 oder 3 Tage mit einem Team an einer spezifischen und sehr akuten Herausforderung. Da heißt es, die Menschen trotz Zeitdruck richtig abzuholen und ihnen ihre eigene kreative Leistungsfähigkeit ruckzuck bewusst zu machen.

Ich nutze hier immer eine kleine Übung, die zuverlässig funktioniert – sie heißt: „Was ist gelb und essbar?“ 

Mit der Aufforderung ¬„Nennen Sie mir Sachen, die gelb und essbar sind!“, kann man in kreativ ungeübten Gruppen sehr gut aufzeigen, wie die 3 Phasen der Ideengenerierung im Gehirn ablaufen. Innerhalb einer Gruppe schaffen Sie ein gleiches Verständnis, ein Aha-Erlebnis und ein sehr verständliches Beispiel.

Zu Beginn des Workshops oder Meetings erklären Sie den Teilnehmern, dass „wir uns nun mit einer kleinen Übung unserer Kreativität nähern wollen“. Danach stellen Sie die Aufgabe: „Nennen Sie mir Sachen, die gelb und essbar sind!“

Nehmen Sie alle Antworten ohne Bewertungen entgegen und fragen einfach immer mal wieder nach: „Was ist noch gelb und essbar?“ (2-3 Minuten sollten ausreichen.)

Beenden Sie die Runde und stellen anhand der genannten „Ideen“ dar, welche 3 Phasen immer in unserem Gehirn ablaufen, wenn wir Ideen generieren.

1. Phase – die Klassiker-Phase:

Immer wenn Sie die Frage nach gelben, essbaren Sachen stellen, bekommen Sie direkt Antworten wie: „Banane, Zitrone, Eigelb ...“ – das sind Klassiker. Es sind Ideen, bei denen sich unser Gehirn nicht anstrengen muss. Das Gehirn ist eines der „faulsten“ Organe in unserem Körper, es will sich am besten gar nicht anstrengen. Es kommen also als erstes „Ideen“, die dem Gehirn nicht schwer fallen – es werden erkannte Muster abgerufen.

2. Phase – die Wissens-Phase:

Nachdem die Klassiker raus sind, entsteht in der Gruppe eine kurze Pause. Die Gehirne gehen in den nächsten Modus, greifen vorhandenes Wissen ab und die Teilnehmer hören sich zu – sie lassen sich inspirieren. Plötzlich werden nun auch Nudel- und Käsesorten aufgezählt oder Dinge, die man z. B. aus Kartoffeln herstellen kann.

3. Phase – die Kreativ-Phase:

Die Klassiker sind weg und das Wissen ist auch raus – nun muss das Gehirn also wirklich kreativ werden, es muss neue Kombinationen/Verknüpfungen herstellen. Vielleicht schmiert man nun eine Erdbeere mit Senf ein, damit diese gelb und essbar wird.

Genau diese Phase müssen wir für kreative Ideen erreichen. Deshalb ist es wichtig, den Menschen bewusst zu machen, wie ihr Gehirn funktioniert und dass die Chance einer kreativen Idee bei den ersten 10 bis 30 Versuchen relativ gering ist – eben weil wir enorm viel wissen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mit inspirierenden Grüßen
Benno van Aerssen

Dieses und viele weitere spannende und hilfreiche Werkzeuge sind Bestandteil unserer Ausbildung zum Innovation Coach und auch Bestandteil des Innovation Days.

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