verrocchio Notes

Inspiration durch Lego


Vor 2 Wochen habe ich in meiner Verrocchio Note über die Übertragung von Spielprinzipien auf Business-Situationen geschrieben und von einem Leser die Frage erhalten, ob dies auch für die eher strukturierten und faktenlastigen Workshops gelte, in denen über Projektbudgets und Strategien diskutiert wird. Die Befürchtung dahinter ist oft, dass spielerische Elemente dort nicht funktionieren bzw. nicht akzeptiert werden. Meine Antwort dazu ist eindeutig: Gerade in Prozess- oder Strategie-Meetings lassen sich damit großartige Ergebnisse erzielen. Wir nutzen dazu häufig ein Spiel, dass nahezu jeder aus der Kindheit kennt... Lego-Steine.

Ob es um die Beurteilung von Innovationen oder die Diskussion der neuen Unternehmensstrategie geht, irgendwann kommt der Zeitpunkt, in dem Menschen Ihre Vorstellungen von der Zukunft beschreiben und andere davon überzeugen wollen. Überladene PowerPoint-Folien und komplexe Zahlenberge sind da kein zufriedenstellendes Mittel, das wissen die meisten wahrscheinlich aus eigener Erfahrung. Überzeugung entsteht immer dann, wenn es eine fesselnde Geschichte gibt, die sich jeder Beteiligte vorstellen kann.

Hier funktioniert eine Methode gut, die sich LEGO Serious Play nennt. Entwickelt wurde LEGO Serious Play ab dem Jahre 1996 auf Anregung von Kjeld Kirk Kristiansen, dem damaligen Haupteigentümers der LEGO A/S. Kristiansen benötigte zu dieser Zeit einen effektiven Prozess zur innovativen Strategieentwicklung für sein Unternehmen und war unzufrieden mit den konventionellen Strategieentwicklungsmethoden. Gemeinsam mit den beiden Professoren Johan Roos und Bart Victor und Robert Rasmussen, dem damaligen Leiter der Produktentwicklung für LEGO Education, gab er damals den Startschuss für eine Methode, die über 20 Jahre lang zu dem heutigen effektiven Werkzeug weiterentwickelt wurde.

Wie funktioniert Lego Serious Play (LSP)? Auf spielerische Art werden mit LSP ganze Prozessabläufe nachgebaut und durchgespielt. Oft zeigen sich erst dann die tatsächlichen Stärken aber auch die entscheidenden Schwachstellen einer Idee. Durch die Kombination aus Spiel und Storytelling, lassen sich Menschen dabei deutlich leichter für eine Projektidee begeistern.

Spannend ist zu sehen, wie die Aktivität der Teilnehmer steigt, sobald die Legosteine auf dem Tisch liegen. Ein Großteil der Menschen verbindet Legosteine mit Kindheitserinnerungen und startet sofort in den „Baumodus“, unabhängig von Hierarchie oder Herkunft. Ich habe mit der Methode mittlerweile Workshops in vielen Teilen der Welt durchgeführt und hier sehr ähnliche Erlebnisse gehabt.

Im Prinzip geht es dabei immer um den gleichen Ablauf: Die Teilnehmer bauen ihre Idee von dem Prozess/dem Produkt/der Strategie mit Legosteinen und erläutern das Modell danach mit einer Geschichte. Die Anderen hören mit Interesse zu und stellen danach ihre eigene Version vor. Im Anschluss wird ein gemeinsames Modell gebaut und die Ideen der einzelnen Teilnehmer integriert.

Was sich auf den ersten Blick nach einer schnellen Runde anhört, kann durchaus 1-2 Tage dauern (je nach Komplexität des Themas) und bringt viel Spaß, aber auch intensive (und anstrengende) Arbeitsphasen mit sich. Wichtig ist dabei immer, den Prozess richtig zu moderieren, damit der Projektfortschritt im Fokus steht. Mehr über die Serious Play Methode ist auf der englischsprachigen Webseite von Lego zu finden: https://www.lego.com/en-us/seriousplay.

Wie können Sie Lego für Ihr Team einsetzen?

Mit inspirierenden Grüßen
Christian Buchholz

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