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Was machen kreative Menschen anders?


Kreativität war bis vor wenigen Jahren sicherlich keine Kompetenz, die im Fokus der beruflichen Persönlichkeitsentwicklung stand. Doch die Zeiten haben sich geändert. Immer häufiger stehen wir im Alltag vor Situationen, in denen Routinen nicht mehr ausreichen und wir neue Lösungen benötigen: Eine Vertriebsmitarbeiterin merkt beispielsweise, dass die jahrelang erprobte, routinierte Verkaufstechnik bei den neuen, jungen Kunden nicht mehr ankommt oder der Ingenieur erkennt, dass sich die Geschwindigkeit im Produktionsprozess aufgrund physischer Einschränkungen nicht weiter steigern lässt.

Häufig reagieren Menschen dann mit folgendem Verhalten:

  • Sie überlegen angestrengt und kommen auf keine Lösung.
  • Sie halten das Problem für nicht lösbar und widmen sich anderen Dingen.
  •  Sie delegieren das Problem an Kollegen und entziehen sich ihrer Verantwortung, selbst eine Lösung finden zu müssen.
  • Das Problem belastet sie und sie werden krank.

In all diesen Fällen würden sie jedoch mit Kreativität auf Lösungen kommen, die die Arbeit erleichtern und neue Denkwege liefern. Aber ist Kreativität überhaupt erlernbar oder eher ein grundlegendes Persönlichkeitsmerkmal? Manche Menschen behaupten von sich selbst, nicht kreativ tätig werden zu können, während es anderen Menschen sehr leicht fällt, regelmäßig neue Einfälle zu haben und sogar im größten Stress eine passende Idee zu produzieren. Was also zeichnet diese Menschen aus?

Wie sehen kreative Persönlichkeiten aus?

Zu den Eigenschaften von kreativen Persönlichkeiten gibt es viele wissenschaftliche Untersuchungen. Einer der bekanntesten Experten ist der Psychologieprofessor Mihály Csíkszentmihályi, der vor allem durch seine Entdeckung des „Flow-Erlebnis“ – das den erlebten Glückzustand durch völlige Vertiefung und höchste Konzentration bei einer Tätigkeit beschreibt – bekannt wurde. Aus den wissenschaftlichen Ergebnissen lassen sich im Wesentlichen die nachfolgenden Eigenschaften zusammenstellen, die für kreatives Denken stehen:

Problembewusstsein: Die Fähigkeit, routinierte Abläufe infrage zu stellen und Probleme (auch zukünftige) zu erkennen

Kreative Menschen hinterfragen regelmäßig ihre Arbeitsabläufe und Tätigkeiten (z. B.: Auf welchem Weg könnte ich noch zur Arbeit fahren? Welche Verbesserungen würden sich dadurch ergeben?). Sie blicken in die Zukunft (Was werden wir tun, wenn für unser wichtigstes Produkt keine Nachfrage mehr besteht?).

Selbstmotivation: Spaß an der Arbeit und am Lösen von Problemen

Unerwartete Probleme führen bei kreativen Menschen häufig zu einer konkreten Aktivität. Sie empfinden keinen Frust, wenn Probleme auftauchen. Der Gedanke an eine spannende Lösung motiviert sie dazu, Energie in die Arbeit zu investieren.

Flexibles Denken: Die Fähigkeit, unterschiedliche Denkwege je nach Bedarf einzusetzen und Ideen zu kombinieren

Probleme unterscheiden sich – Lösungswege auch. Während manche Probleme nur mit radikalem Querdenken geknackt werden können, erfordern andere Situationen ein strukturiertes analytisches Vorgehen. Erfolgreiche kreative Persönlichkeiten erkennen, wann sie anders denken müssen und welche Techniken in dem Moment dazu passen.

Hartnäckigkeit: Hohe Energie, auch komplexe Probleme zu lösen und sich nicht mit schnellen Lösungen zufriedenzugeben

Komplexe Probleme sind nicht in kurzer Zeit lösbar, die Lösung erfordert viel Ausdauer und Energieeinsatz. Ein Ingenieur, der bei einem großen deutschen Maschinenbauer gearbeitet hat, konnte endlich ein Bauteil fertigstellen, an dem er insgesamt über 8 Jahre lang getüftelt hatte.

Sachwissen: Genügend Know-how, um das Problem auch in hoher Detailtiefe zu durchdringen

Für kreative Ideen muss man nicht unbedingt Experte sein. Häufig sind Spezialisten auch zu tief in ihrer Aufgabe gefangen und haben daher Schwierigkeiten beim Querdenken. Eine grundlegende Kenntnis, was das Produkt betrifft, branchenspezifische Erfahrung und sachbezogenes Know-how sollten allerdings vorhanden sein, insbesondere bei komplexen Problemen.

Urteilsvermögen: Die Fähigkeit, gute Lösungen zu erkennen und positive Ansätze für die Weiterentwicklung zu nutzen

Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Entscheidung für oder gegen die Umsetzung einer Idee getroffen werden muss. Auch wenn es schwerfällt, müssen dann andere gute Ideen einer besseren weichen. Vielleicht wird auch nur ein Teil der Idee umgesetzt, um daraus eine neue Lösung zu entwickeln.

Schauen Sie sich einmal die Eigenschaften an und überlegen, welche davon auf Sie zutreffen und welche Fähigkeiten Ihnen besonders wichtig sind. Tipp: Lassen Sie sich doch einmal von einem befreundeten Menschen dazu einschätzen.

Kreativität trainieren

Sie sehen an den beschriebenen Eigenschaften, dass Kreativität im beruflichen Kontext wenig mit der Fähigkeit zu künstlerischen Höchstleistungen zu tun hat. Vielmehr geht es um die Lösung konkreter Alltagsprobleme – und diese Fähigkeit kann trainiert werden. Übungen für verschiedene Kreativitätstechniken gibt es genug. Einige von ihnen stellen wir zukünftig im Rahmen der Verrocchio Notes vor.  

Mit inspirierenden Grüßen 
Christian Buchholz

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